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Der normale Schlaf

Die Rolle des Gehirns

Es gilt als allgemein anerkannt und konnte durch diverse Experimente belegt werden, dass der Schlaf durch ein geordnetes Zusammenwirken verschiedener Hirnareale hervorgerufen und reguliert wird, welche vorwiegend im Stammhirn bzw. Hirnstamm lokalisiert sind (z.B. Formatio reticularis, Thalamus, Pons). Andererseits sind viele Details der Schlafentstehung und Schlafsteuerung noch nicht geklärt bzw. es existieren unterschiedliche Therorien und Hypothesen hierüber. So ist beispielsweise letztlich noch nicht entschieden, zu welchen Anteilen ein Nachlassen der Hirnaktivität oder eine Aktivierung bestimmter Hirnareale Schlaf auslöst.

Schlafphasen und Schlafzyklen

Der normale Schlaf des Erwachsenen läuft in mehreren Phasen ab, die sich mehrmals pro Nacht wiederholen. Man unterscheidet insgesamt fünf verschiedene Schlafstadien. Die Schlafstadien 1 und 2 werden als Leichtschlafstadien bezeichnet, die nachfolgenden Stadien 3 und 4 als Tiefschlafstadien. Die Weckbarkeit nimmt mit zunehmender Schlaftiefe von Phase 1 bis 4 kontinuierlich ab, auch verringert sich die muskuläre Spannung (Muskeltonus) mit zunehmender Schlaftiefe. Zusätzlich existiert ein fünftes Schlafstadium, welches dem sog. REM-Schlaf entspricht (REM = rapid eye movement = schnelle Augenbewegungen). In diesem Stadium ist der Muskeltonus maximal reduziert und es kommt zu lebhaften Träumen. Die übrigen vier Schlafstadien werden auch als Non-REM-Schlaf bezeichnet, da hier die Augen weitgehend stillstehen. Die jeweiligen Schlafstadien können durch apparative Untersuchungen im Schlaflabor (EEG und EOG) voneinander unterschieden werden. Für Interessierte wird weiter unten hierauf näher eingegangen.

Die Einschlafphase und Leichtschlafphase sollten üblicherweise 10 bis 30 Minuten nicht überschreiten. Während dieser Zeit werden die Schlafstadien 1 und 2 durchlaufen. Das Stadium 1 wird als eigentliches Einschlafatadium beim ungestörten Nachtschlaf nur einmal durchlaufen. Das Stadium 2 stellt den Beginn des eigentlichen leichten Schlafes dar; dieses Stadium wird mehrmals während der Nacht durchlaufen. Die erste Tiefschlafphase 3 wird nach etwa 20 bis 30 Minuten erreicht, die folgende Tiefschlafphase 4 nach ca. 45 Minuten. Die Tiefschlafphase 4 dauert zunächst etwa 20 bis 40 Minuten. Anschließend werden in umgekehrter Reihenfolge erneut die vorausgegangenen Schlafstadien 3 und 2 relativ schnell hintereinander durchlaufen. Nun folgt auf das Stadium 2 nach etwa 70 bis 80 Minuten die erste REM-Schlafphase. Diese ist gekennzeichnet durch eine maximale Erschlaffung der Muskulatur und schnelle Augenbewegungen. Die REM-Schlafphasen sind stark traumbesetzt.  Bereits beim Fötus kann man ab der 36.Schwangerschaftswoche den Wechsel zwischen REM – und Non-REM-Schlaf beobachten. Die Weckbarkkeit / Weckschwelle kann im REM-Schlaf hoch oder niedrig liegen.

Die Abfolge der Schlafphasen in der vorbeschriebenen Reihenfolge (1, 2, 3, 4, 3, 2, REM) wird als Schlafzyklus bezeichnet. Ein vollständiger Schlafzyklus dauert etwa 90 Minuten. Im Falle eines ungestörten Nachtschlafes werden insgesamt durchschnittlich fünf solcher Schlafzyklen durchlaufen, entsprechend einem durchschnittlichen Schlafbedarf von etwa 8 Stunden pro Nacht. Die Dauer der Tiefschlafphasen 3 und 4 nimmt im Verlauf des Nachtschlafes ab, ggf. werden die Phasen 3 und 4 in der zweiten Nachthälfte überhaupt nicht mehr erreicht. Die REM-Schlafphasen verlängern sich hingegen mit zunehmender Schlafdauer; sie sind folglich in den Morgenstunden am längsten.

Schlafstadien

Die obige Abbildung zeigt schematisch das Schlafprofil eines Gesunden, bestehend aus insgesamt fünf Schlafzyklen von jeweils 90 Minuten Dauer (modifiziert nach Koella). In diesem Beispiel wird die Tiefschlafphase 4 (blaue Balken) nur in den ersten beiden Schlafzyklen erreicht; im dritten und vierten Zyklus wird jeweils nur noch Stadium 3 erreicht (orange Balken), hernach Stadium 2 (grüne Balken). Dauer und Anteil der REM-Schlafphasen (rote Balken) nehmen kontinuierlich zum Morgen hin zu. Im vorliegenden Beispiel wacht der Proband in der Nacht nicht auf.

Farbmarkierungen:                                                                        

Grau: Wachzustand, Gelb: Phase 1, Grün: Phase 2, Orange: Phase 3, Blau: Phase 4, Rot: REM-Schlaf.

Mit zunehmendem Lebensalter vermindert sich der Anteil der Tiefschlafphasen 3 und 4. Jenseits des 60. Lebensjahres wird ggf. Stadium 4 nicht mehr erreicht. Die Dauer der REM-Schlafphasen kann sich mit zunehmendem Alter tendenziell verkürzen. Bereits nach der 5. Lebensdekade kann man zunehmende Unterbrechungen des geordneten Schlafablaufes durch vermehrtes nächtliches Auswachen beobachten (Schlaffragmentierung); hieraus resultiert eine nachlassende Schlafeffizienz. Andererseits wird nicht jede im höheren Alter auftretende nächtliche Wachheit als krankhaft bewertet. Auch das frühzeitige morgendliche Aufwachen gilt als physiologisch, ebenso die Verringerung des durchschnittlichen Schlafbedarfs auf etwa 6 Stunden.

Die individuellen Schlafabläufe variieren erheblich, so dass die Grenze zwischen noch normalem und pathologischem Schlafverhalten unscharf ist. Daher sind zur Bewertung einer Schlafstörung grundsätzlich auch die Krankengeschichte und das klinische Bild, d.h. die Symptomatik des Patienten zur Beurteilung heranzuziehen. So sind beispielsweise verkürzte REM-Schlafphasen häufig bei Patienten mit Depressionen zu finden, Schlaffragmentierungen bei anderen psychiatrischen Erkrankungen.

Copyright: Prof. Dr. Piper, Meduna-Klinik, D-56864 Bad Bertrich, Tel.: 02674 / 182 0, Fax: 02674 / 182 3182

 

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